One thought on “Das Heimdall Projekt | Edda Zyklus 1/2/3

  1. Aufgepasst: Die Musiker des HEIMDALL PROJEKT kommen weder aus Italien noch haben sie sonst etwas mit der gleich klingenden Power-Metal-Band zu tun. Denn das Projekt kommt aus Deutschland und mischt die harten Gitarren und Keyboardmelodien à la TANZWUT und RAMMSTEIN mit paganistischen Texten, was nicht nur recht originell ist, sondern auch erstaunlich gut in den Kopf geht.

    Die Gesangsstimme von Sängerknabe Heimdall klingt stark nach Teufel von TANZWUT, die Keyboardelemente sind vielfältig und gut gelungen, und die Gitarren schreddern hart und kräftig aus den Boxen wie bei RAMMSTEIN; und über allem gibt es als Punkt auf dem i noch Texte über Kampfeslust, Rache am Christentum und Götter im Allgemeinen. Das alles wird in einem optimalen Sound vorgetragen, und auch über die Hymnenqualität der Refrains kann man beim besten Willen nicht lästern.

    Ganz ohne Lästern geht es aber nicht, denn manchmal geben einzelne Textpassagen Grund zum Meckern. Wenn Worte bis zu achtmal wiederholt werden oder die Reimschemata dann doch etwas billig sind, verflucht man sich doch, weil man zu genau hingehört hat. Und warum das Wort “du” mit einem “ü” ausgesprochen wird, soll wohl ein ewiges Geheimnis unter den Göttern bleiben. Auch dem Keyboard hätte ich doch ganz gerne einen größeren Platz im Soundgefüge gegeben, denn etwas dominantere Keyboardsounds hätten das Ganze noch etwas gewaltiger, etwas erhabener machen können.

    Ansonsten kann man aber nichts gegen diese sehr originelle und eingängige Scheibe sagen, das zeigen Tracks wie ‘Blutrausch’ oder ‘10000 Krieger’ sehr eindrucksvoll; wenn die Gitarre hämmert und dazu gut gelungene Melodien aus dem Tasteninstrument dringen, hat man die Wahl, sich dem Tanze hinzugeben oder vollends in das Werk einzutauchen.

    Anspieltipps: Ostwärts lebt eine Alte, Rigsmal, Blutrausch, 10000 Krieger

    Redakteur:
    Lars Strutz

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